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Am gestrigen Freitag, den 07. Februar, führte die Freiwillige Feuerwehr Altheikendorf ihre diesjährige Jahreshauptversammlung durch. Ortswehrführer Jörg Taube begrüßte als Gäste den Bürgermeister Tade Peetz, aus der Gemeindevertretung Alexander Orth, Thure Spitz und Gunnar Schulz, von der Polizeistation Heikendorf PHK Oliver Hirsch, als Vertreter der Bundewehrfeuerwehr des Munitionslagers Laboe HBM Thomas Müller, den Gemeindewehrführer HBM3 Jens Willrodt, den Ortswehrführer der Ortswehr Neuheikendorf OBM Oliver Greve, die Ehrenmitglieder BM Dr. Burchard Marquort, LM Harald Benk und LM Joachim Voigt, aus der Jugendfeuerwehr Jugendgruppenleiter Kevin Kohn mit Jugendgruppenführerin Larissa Freiheit und Jugendgruppenführer Jaron Pichler, als zuständige Mitarbeiterin der Amtsverwaltung Hannelore Hank sowie einen Vertreter der Presse.

Zur Stärkung wurde eine hausgemachte Erbsensuppe ausgegeben, die die Kochgruppe der Wehr seit Wochenmitte zubereitet hatte. Anschließend konnte gut gestärkt in die Tagesordnung eingestiegen werden:


Im vergangenen Jahr rückte die Altheikendorfer Wehr zu 53 Einsätzen aus und hatte damit ein etwas ruhigeres Einsatzjahr abzuarbeiten. Vier Personen konnten gerettet werden, für eine Person kam die Hilfe leider zu spät.
Die Statistik weist 6 Brandeinsätze, 36 Technische Hilfeleistungen, 7 sonstige Einsätze, 2 Fehlalarme sowie 2 Alarmübungen aus. Neben einem Schwelbrand in einem Klassenraum der zu der Zeit leerstehenden ehemaligen Realschule riefen angebrannte Essen und zwei Kleinbrände die Feuerwehr zu Hilfe. Mit 36 Einsätzen dominierte wieder die Technische Hilfeleistung die Statistik: 11 mal wurde die Wehr mit dem Stichwort "Mensch in Not" alarmiert. Fünf mal handelte es sich um den Verdacht der Hilflosigkeit in verschlossener Wohnung, weiter fielen darunter Einsätze zur Unterstützung des Rettungsdienstes und vermisste oder im Aufzug festsitzende Personen. Drei mal waren Tiere aus einer misslichen Lage zu befreien.

Im Rahmen der Brandschutzerziehung und -aufklärung beschulten die Kameradinnen und Kameraden 129 Kinder und 21 Erwachsene, etwas mehr als im Vorjahr.

Neben der alljährlichen Mitwirkung beim Weihnachtsmarkt des Fördervereins der Jugendfeuerwehr und der Durchführung zweier Baby- und Kindersachenflohmärkte stand die Öffentlichkeitsarbeit ganz unter dem Zeichen der Mitgliederwerbung. Am Tage der Europawahl machte ein Infostand auf die Feuerwehr aufmerksam, im September rief eine Aktionswoche der Gemeindefeuerwehr Heikendorf mit verschiedenen Info-Ständen und Veranstaltungen die Feuerwehr ins Gedächtnis der Mitbürgerinnen und Mitbürger. Der erhoffte durchschlagende Erfolg blieb leider aus, lediglich ein Interessierter fand nach der Europawahl den Weg in die Altheikendorfer Wehr. Eine interessierte Neubürgerin stellte sich nach der Aktionswoche vor und besuchte den Übungsabend, zu einem Eintritt kam es bedauerlicherweise bis jetzt nicht.

Neben zwei Austritten und drei Eintritten konnte ein Kamerad aus der Jugendfeuerwehr übernommen werden, jeweils ein Kamerad wechselte in die Verwaltungs- bzw. Ehrenabteilung, so dass die Zahl der aktiven Kameradinnen und Kameraden konstant blieb. Am 31.12.2019 bestand die Wehr aus 45 aktiven Kameraden (davon 7 Frauen) sowie einem Kameraden in der Verwaltungsabteilung und 5 Ehrenmitgliedern; Das Durchschnittsalter beträgt 40,2 Jahre.

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Aus der Jugendfeuerwehr wurde Joris Taube in den aktiven Dienst übernommen.

 

 

 

 

 

 

Nach absolvierter Probezeit wurde Nico Bolduan mehrheitlich im Kreis der Aktiven bestätigt. IMG 20200207 201221

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



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Befördert wurden nach absolvierten Lehrgängen bzw. erfüllter Mindestdienstzeit:

Joris Taube zum Feuerwehrmann;
Johann Max Rethwisch zum Hauptfeuerwehrmann.

 

 

 

 




 

 

 

 

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Geehrt wurden:
Laura Reiche für 10 Jahre Mitgliedschaft,
Nils Büchner und Sven Martensen für 20 Jahre Mitgliedschaft,
Jörg Taube für 40 Jahre Mitgliedschaft

 

 

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Bürgermeister Peetz zeichnete den stv. Jugendfeuerwehrwart Björn Wellm für 25 Jahre aktiven Feuerwehrdienst mit dem Brandschutzehrenzeichen am Bande in Silber aus.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kleine Präsente erhielten die ausgeschiedenen Funktionsträger Andreas Krüger (stv. Gruppenführer 2007-2011, Gruppenführer 2011-2020) und Judith Saedler (Schriftführerin 2014-2020)IMG 20200207 203749.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gewählt wurden:

zum Schriftführer: Björn Wellm,
zum Gruppenführer der 2. Gruppe: Nils Büchner,
zu Kassenprüfern: Julia Benk und Joris Taube.


Aufgrund der weiterhin zu niedrigen Mitgliederzahl (die Sollstärke von 50 Kameraden ist weiterhin nicht erreicht) dominierte in allen Berichten, Grußworten und Redebeiträgen das Thema "Mitgliederwerbung" den Abend. Insbesondere zur allgemeinen Arbeitszeit unter der Woche tagsüber sind kaum noch Einsatzkräfte im Ort. Ortswehrführer Taube führte im Jahresbericht Aufwand und Anstrengungen der Wehr an, in mehreren Arbeitsgruppensitzungen auf Orts- und Gemeindewehrebene beschäftigte man sich damit, wie man einerseits neue aktive Feuerwehrfreuen und -männer für den Dienst am Nächsten gewinnen, andererseits aber auch die aktiven Kameradinnen und Kameraden trotz gestiegener Anforderungen im Beruf und familiärer Verpflichtungen in der Feuerwehr halten kann. Zusammen mit Verwaltung, Politik, Handel und Gewerbe wird das Thema an einem Runden Tisch besprochen, man versucht Lösungen zu finden.
Kamerad Stephan Utecht berichtete von der Freiwilligen Feuerwehr Hohegeiß (ein Stadtteil der Stadt Braunlage im Harz, die Jugendfeuerwehren Heikendorf und Hohegeiß unterhalten seit über 40 Jahren eine Partnerschaft). Dort dürfen die Feuerwehrleute den öffentlichen Nahverkehr in einem gewissen Rahmen kostenlos nutzen. Auch wäre es eine Möglichkeit, den aktiven Feuerwehrleuten die Strandgebühren zu erlassen.
Bürgermeister Tade Peetz nahm den Punkt auf und verwies auf die kommende Beratung und Beschlussfassung zur Strandgebührensatzung, die auch noch in der Sitzung der Gemeindevertretung durch entsprechende Anträge geändert werden könne. Natürlich müssten etwaige Vergünstigungen aber vorher auf die rechtliche Machbarkeit hin geprüft werden.

Auch der stv. Ortswehrführer Karsten Wallath ging in seinem Schlusswort auf das Thema ein. Er sprach der Verwaltung und Kommunalpolitik Dank für die gute Zusammenarbeit und stetige Unterstützung aus, mahnte aber auch an, dass die Feuerwehr nicht nur aus Technik sondern auch aus der zugehörigen Mannschaft besteht und es auch Aufgabe der Gemeinde ist, diese zu rekrutieren. In letzter Instanz sieht das Brandschutzgesetz die Einrichtung einer Pflichtfeuerwehr vor, was die schlechteste aller Lösungen wäre. Er zog einen Vergleich zum alten Rom, wo Kaiser Augustus schon 23 v. Chr. feststellen musste, dass seine Feuerwehr aus 600 Sklaven nicht lange funktionierte und riet an, Anreize für den aktiven Feuerwehrdienst zu schaffen. Beispiele aus anderen Kommunen in Deutschland sind das Zugänglichmachen von internen Stellenausschreibungen der Verwaltung für Feuerwehrleute, die Schaffung von Arbeitsplätzen im Bereich Feuerwehr, Parkplätze in Wohnungsnähe oder auch die Einrichtung einer Zusatzrente. Er beendete das Schlusswort mit einem Zitat Hannibals, seinerzeit größter Feldherr der Antike: "Entweder man findet einen Weg oder man schafft einen Weg."

 

Quelle: Pressemitteilung
(jb)